Unser Schulhund


Konzept für die Schulhundarbeit an der Eichenwallschule

Boto
Border Terrier
Rüde geb. am 12.2.2010

Nanni
Mischling Border Terrier /Deutscher Jagdterrier
Hündin geb. am 16.08.2018

Seit dem August 2018 setzen wir unseren Schulhund zur tiergestützten Pädagogik unter Einhaltung der Vorschläge des TVT an der Eichenwallschule ein, um die LehrerInnen in ihrer Arbeit im Bereich Emotionalität, Sozialverhalten, Lern- und Arbeitsverhalten, Sprache und Kommunikation zu unterstützen.

Zuvor wurde die Schulhundarbeit durch die verschiedenen Schulgremien genehmigt und die Erziehungsberechtigten unserer SchülerInnen mussten und müssen ihre Einverständniserklärung geben, damit ihr Kind mit dem Schulhund zusammenarbeiten darf.

Seit dem Jahr 2019 wird Boto von unserem Nachwuchs Nanni in seiner Arbeit unterstützt und langsam ebenfalls zum Schulhund ausgebildet. Beide Schulhunde wurden ausgesucht, da sie ein ausgesprochen freundliches und einfühlsames Wesen besitzen. Außerdem haben sie an speziellen Fort- und Weiterbildungen für Schulhunde teilgenommen, die ihren ohnehin sehr guten Grundgehorsam positiv verstärkt haben. Der enge Kontakt zu anderen Hundetrainern und zu diversen Schulhundeteams ist uns sehr wichtig. Außerdem haben der Schulleiter und ich uns dazu entschieden, dass ich selbst Hundetrainerscheine in verschiedenen Bereichen der Mensch- Hundekommunikation absolviere, damit ich auch zukünftig in den  unterschiedlichen Schulsituationen auf ein fundiertes Fachwissen zurückgreifen kann. Die entsprechenden „Hundetrainerscheine“ haben ich in Jahren 2017 bis 2019 erworben.

Boto eignet sich v.a. für die Arbeit als Lesehund und für SuS mit Ängsten. Nanni wird dagegen vermehrt für Unterrichtseinstiege u.ä. eingesetzt, da sie gerne Tricks vorführt. Beide Hunde werden in unserer Schule so eingesetzt, dass sie aufgrund ihrer mitgebrachten Eigenschaften die SuS im Unterricht mit viel Spaß und Freude im Sinne einer tiergestützten Intervention unterstützen können.  Neben unserer Schulhund AG werden die Hunde ebenfalls in der Schulhundklasse und im  einzelnen Fachunterricht einiger Klassen eingesetzt. Die Hunde besuchen 2- 3 mal in der Woche den Unterricht. In der Sommerzeit kommen die Hunde nur dann zur Schule, wenn es die Zimmer- und Außentemperaturen zulassen.

Alle SchülerInnen werden fortlaufend in einem tiergerechten Umgang trainiert und werden dahingehend  sensibilisiert, dass sie die Körpersprache des Hundes richtig deuten und ein Verständnis für seine Bedürfnisse zu erlangen.

Folgende Unterlagen liegen in der Schule vor:

  • Tierärztliches Gesundheitszeugnis
  • Impfausweis
  • Entwurmungskontrolle
  • Versicherungsnachweis
  • Hundesteuerbescheid
  • Aus- und Fortbildungsbescheinigungen  sowie Gutachten

Für ein gutes Miteinander gibt es einige Zugangsbeschränkungen für die Hunde. Die Schulhunde erhalten keinen Zugang zur Schulküche und der Kontakt zu SchülerInnen mit Hundeallergien oder Ängsten wird vermieden. Aus diesem Grunde werden die Hunde im Schulgebäude an der Leine geführt. Sie verlassen stets mit der Besitzerin den Raum. Boto und Nanni werden im Laufe eines Vormittags 2-3 Stunden eingesetzt und verbringen die Zwischenzeit im Konrektorenzimmer, um sich dort auszuruhen. Auch beim Gassi gehen werden die Hunde  ausschließlich von ihrer Besitzerin begleitet, um sich besser entspannen zu können. Alle Räume, in denen die Schulhunde im Einsatz sind, werden immer mit folgendem Schild an der Tür versehen: „Boto und Nanni –

Schulhund im Einsatz“ .

Die Schulhunde leben im Privathaushalt von Frau Xenia Bruns und leben nicht im Zwinger. Sie werden artgerecht gehalten und versorgt. Jeden Tag werden die Schulhunde gebürstet und sie werden regelmäßig getrimmt. Beide Hunde haben vor dem Schulbesuch bereits genügend Möglichkeiten erhalten, um sich zu entleeren und sich ausgiebig zu bewegen. Die Hunde werden mindestens alle drei Monate entwurmt und mit einem Parasitenmittel behandelt, alle halbe Jahre wird ein tierärztlicher Check- up durchgeführt. 

In unserem Hygieneplan wurde unter anderem festgehalten, dass das Essen und Trinken der SchülerInnen stets außer Reichweite der Hunde aufbewahrt wird. Die SuS sollen vor jeder Nahrungsaufnahme ihre Hände gründlich waschen und  die Hunde werden ausschließlich von der Besitzerin gefüttert. Der Hygieneplan wurde zusammen mit unserem Konzept zum Dezernat, zum Gesundheitsamt und zum Veterinäramt geschickt.

Einmal im Jahr evaluieren wir den Einsatz der Schulhundearbeit.

Folgende Beobachtungen konnten wir machen:

Ausdrücke der Kinder als die Schulhundarbeit begann:

>Ich freue mich, wenn Boto zu mir kommt.

>Ich möchte, dass Boto nur da ist.

>Ich möchte ihm etwas vorlesen und er soll mit nur zuhören.

>Ich liebe den Schulalltag, wenn Boto kommt.

Das Diagramm aus dem Jahre 2018 zeigt auf, dass die  SchülerInnen der Klasse 3c schon konkrete Vorstellungen haben, was unser Schulhund braucht. Sie haben verstanden, dass er neben Wasser, Fressen und einem Platz vor allem Ruhe im Klassenraum vorfinden muss. Sie wissen ebenfalls, dass sie kein Essen auf dem Boden liegen lassen dürfen oder gefährliche Gegenstände. Des Weiteren haben sie alle keine Angst vor Hunden, wobei nur 5 Kinder der Klassen Haustiere haben. Es bestehen keine Allergien in der Klasse und alle freuen sich auf die Zusammenarbeit mit Boto.  Deutlich wurde jedoch bei der Umfrage, dass die Kinder noch keine genaue Vorstellung davon haben, inwieweit Boto sie im Schulalltag unterstützen bzw. begleiten kann. Viele äußern sich dahingehend, dass sie sich schon über seine bloße Anwesenheit freuen würden. 

Im Sommer 2019 bestätigten die Kinder in einer weiteren Umfrage, dass sie durch die Schulhundarbeit das Arbeitsklima angenehmer und wesentlich ruhiger empfinden, deshalb sind sie für die Hunde gerne etwas leiser. Die Unterrichtseinstiege durch die Hunde würden ihnen viel Freude bereiten und es würde sie beruhigen, wenn sie die Hunde streicheln könnten. Wenn sie Kummer hätten, könnten sie Boto und Nanni alles anvertrauen. Bei Nervosität oder Traurigkeit würde das Streicheln der Hunde sie beruhigen und sie könnten sich wieder besser auf den Unterricht konzentrieren.

Zum Jahresbeginn 2020 bestätigten die Schüler nochmals in einer Umfrage, dass sie das Lernklima als angenehmer empfinden, wenn Boto und Nanni da sind. Außerdem würden sie die „Hundestunde“ als kurzweiliger empfinden. Viele äußerten den Wunsch, dass die Unterrichtseinstiege häufiger durch die Tricks von Nanni geschehen sollten und viele Kinder möchten Boto unheimlich gerne öfter etwas vorlesen. Insgesamt kann man beobachten, dass die SchülerInnen instinktiv jetzt viel mehr auf die Bedürfnisse eines Hundes reagieren und ihre eigenen Bedürfnisse auch gerne zum Wohle des Hundes hinten anstellen. Das respektvolle, aber auch gefühlvolle Miteinander der Lerngruppen mit einem Schulhund muss als  sehr positiv bewertet werden und bestätigt uns in der weiteren Arbeit der tiergestützten Intervention. Wichtig ist uns in unserer Arbeit die Einhaltung der TVT und das Einhalten des Tierschutzgesetzes, damit unsere Schulhunde auch weiterhin gerne die Schule besuchen und noch viele Kinder in ihrem Schulalltag unterstützen können.

Liebe Grüße von Boto und Nanni!

Fim der Ostfriesen Zeitunghttps://www.oz-online.de/-videos/player/138642